
3. Sonntag im November
Weltgedenktag der Straßenverkehrsopfer
Täglich bestimmen Meldungen über Unfälle im Straßenverkehr die Zeitungen. Ganz besonders schlimm sind Unfälle, bei denen ein Mensch sein Leben verliert. Zwar sinkt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland erfreulicherweise schon seit Jahren, dennoch besteht kein Anlass für Zufriedenheit oder Freude: Immer noch stirbt im Durchschnitt alle zwei Stunden ein Mensch auf deutschen Straßen und jede Minute wird ein Mensch bei einem Verkehrsunfall verletzt.Der November ist traditionell der Monat des Totengedenkens. Das zeigen auch die christlichen Feste: Allerheiligen/Allerseelen (1./2. November) bei den Katholiken und der Totensonntag (Sonntag vor dem 1. Advent) in der evangelischen Kirche. Die Vereinten Nationen haben 2005 auf Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weiteren Totengedenktag ausgerufen: Jeweils am dritten Sonntag im November wird der Straßenverkehrsopfer und ihrer Angehörigen gedacht.
887 junge Menschen zwischen 18- und 24 Jahren starben im Jahr 2008 im Straßenverkehr. Besonders zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens ist das Unfallrisiko junger Fahrer sehr hoch: Im Jahr 2008 starben in den Abend- und Nachtstunden 41% der getöteten jungen Erwachsenen, während der entsprechende Anteil der übrigen Altersgruppen nur 24% betrug.
Gerade an Wochenenden ereignen sich viele Straßenverkehrsunfälle junger Fahrer. In den Abend- und Nachtstunden des Wochenendes, besonders freitags von 22 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 0 und 6 Uhr verunglücken sehr viele junge Leute tödlich. In diesen 14 Stunden des Wochenendes kam etwa jeder sechste (17%) der 887 im Jahr 2008 bei Verkehrsunfällen getöteten 18- bis 24-Jährigen ums Leben, aber nur 8,2% der Getöteten der übrigen Altersgruppen. Viele dieser nächtlichen Unfälle von jungen Erwachsenen dürften so genannte "Disco-Unfälle" sein.
Verschiedene Organisationen werben angesichts dieses Gedenktages für mehr Toleranz und Rücksicht, und weniger Ellenbogendenken und Egoismus im Straßenverkehr. Jeder Verkehrsteilnehmer trägt Verantwortung – nicht nur für sich, sondern auch Mitverantwortung für alle, die mit ihm unterwegs sind. Auch die neuen Plakate der Aktion "Runter vom Gas", die der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen unterstützen, appelieren an Vorsicht und defensive Fahrweise, um gefährliche Situationen und Unfallopfer zu vermeiden.




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