
Straßenverkehr
Kinder haben keine Bremsen
Kinder sind pro Tag länger auf den Straßen unterwegs als die meisten Erwachsenen. Dabei nehmen sie nicht nur passiv als Autoinsassen und mit Bus und Bahn am Verkehr teil, sondern oft auch aktiv: als Fußgänger und Radfahrer, auf Inline-Skates oder Kickboards. Als Fußgänger haben Kinder keine Bremsen. Daher müssen andere Verkehrsteilnehmer besonders vorsichtig sein und Rücksicht nehmen. Deshalb: Runter vom Gas, wenn Kinder am Straßenrand auftauchen!Kinder lassen sich leicht ablenken, durch einen niedlichen Hund, große Fahrzeuge an einer Baustelle oder auch einen Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn. Für Kinder sind Straßen auch nicht nur Verkehrswege. Hier treffen sie sich mit Freunden. Die Straße ist für sie Spiel- und Sportgelände. Mit Gleichaltrigen zusammen reagieren sie oft spontan und unüberlegt. Kinder sind keine Mini-Erwachsenen. Und sie zählen zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Motorisierte Verkehrsteilnehmer müssen damit rechnen, dass Kinder plötzlich, ohne auf den Verkehr zu achten, auf die Straße laufen oder an einem Überweg wieder umdrehen, wenn die Fußgängerampel auf „Rot“ springt.
Im Durchschnitt kam im Jahr 2008 alle 17 Minuten ein Kind im Alter von unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden. 102 Kinder wurden getötet. Oft schätzen Kinder Entfernungen und Geschwindigkeiten falsch ein. Zudem können sie sich noch nicht gleichzeitig auf mehrere Dinge konzentrieren. Wenn sie spielen, wird der Verkehr für sie daher schnell zur Nebensache. Das Blickfeld von Kindern ist enger als das Erwachsener. Umgekehrt ist ein Kind – etwa zwischen parkenden Autos – schlecht zu sehen.
Erwachsene sollten sich daher die Erlebniswelt von Kindern bewusst machen, um vo-rausschauend zu fahren und entsprechend reagieren zu können. In einer Gefahrensi-tuation kann jeder Zentimeter zählen. Deshalb sind Geschwindigkeitsbeschränkungen unbedingt einzuhalten. Wer in Tempo-30-Zonen die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschreitet und beispielsweise 50 km/h schnell fährt, braucht statt etwa 11,5 Metern rund 24,2 Meter, bis das Fahrzeug steht – also mehr als das Doppelte. Im Ernstfall kann das Leben eines Kindes davon abhängen. Was viele zudem nicht wissen: In verkehrs-beruhigten Bereichen gilt Schrittgeschwindigkeit.
Gerade zum Schulanfang sind viele Kinder unterwegs, die mit den Regeln im Straßen-verkehr nicht hundertprozentig vertraut sind. Dann heißt es für alle anderen Verkehrs-teilnehmer: erhöhte Wachsamkeit. Die sollte nicht erst dann beginnen, wenn Kinder auf der Straße zu sehen sind. Schon bei der Ausfahrt aus der Garage oder vom Parkplatz, sollte mit Kindern, die z.B. auf dem Gehweg Fahrrad fahren, gerechnet werden. Besonders in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Sportplätzen, Spielstraßen und Spielplätzen kann es passieren, dass spielende Kinder plötzlich zwischen Autos auf die Straße springen.
Erwachsene haben für Kinder immer eine Vorbildfunktion. Kinder laufen schnell anderen nach, ohne sich selbst zu vergewissern, ob die Ampel grün ist. Deshalb sollten sich Erwachsene auch als Fußgänger und Radfahrer immer an die Verkehrsregeln halten.




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