Autofreier Sonntag

Autofrei

Erlebnistage ohne Abgase und Staus

Alljährlich begehen am 22. September Umweltverbände und Aktionsbündnisse weltweit den "autofreien Tag" und appellieren, einmal aufs Auto zu verzichten und den CO2 Ausstoß zumindest für einen Tag zu senken. Da der Aktionstag in diesem Jahr auf einen Dienstag fällt, wird sich am alltäglichen Berufsverkehr kaum etwas ändern. An den regionalen autofreien Sonntagen sieht das anders aus: Dann erobern Fußgänger, Jogger, Radfahrer und Inliner die für diesen Tag für den motorisierten Verkehr gesperrten Landstraßen und Innenstädte.


Autofreie Sonntage gibt es in Deutschland seit der so genannten 1. Ölkrise 1973. Doch damals hatte das mit Erlebnistagen noch nichts zu tun: Mit dem Energiesicherungsgesetz vom 9. November 1973 wurden insgesamt vier autofreie Sonntage als Sparmaßnahme angeordnet. Seit einigen Jahren hat sich aus regional begrenzten autofreien Erlebnistagen eine regelrechte Freizeitkultur entwickelt. Sonst viel befahrene Bundes- und Landstraßen werden für einen Sonntag auf einer Länge zwischen 15 und 140 Kilometern für den Autoverkehr gesperrt. Je nach Event nutzen zehntausend bis mehrere hunderttausend Besucher die Gelegenheit, zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Inline-Skates oder mit Pferdekutschen auf diesen Straßen unterwegs zu sein.

Von Jahr zu Jahr werden es mehr Straßenabschnitte, die so einmal im Jahr für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. In diesem Jahr fanden und finden in Deutschland zwischen dem 1. Mai und dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober rund 50 autofreie Erlebnistage statt. Spitzenreiter ist Rheinland-Pfalz. In anderen Bundesländern steht die Entwicklung noch am Anfang. Von Richard Groß, dem ehemaligen Landrat des Kreises Trier-Saarburg, stammt der Satz: "Lieber ein autofreier Erlebnistag als ein erlebnisfreier Autotag."

Im Jahr 2008 strahlten die autofreien Erlebnistage erstmals auch in die USA aus: "Summer Streets" lautet das Motto der neuen New Yorker Attraktion, für die auch in diesem Jahr an drei Samstagen im August eine Strecke zwischen der Brooklyn Bridge im Süden Manhattans und dem Central Park im Herzen der Stadt für Autos gesperrt wurde.

Wer an den Erlebnistagen autofrei unterwegs ist, schont nicht nur die Umwelt, sondern tut auch gleichzeitig etwas für seine Gesundheit. Denn autofrei heißt in diesem Zusammenhang nicht daheim zu bleiben, sondern mit anderen abgas- und stressfrei mobil zu sein, sei es sportlich als Jogger, Skater oder Radfahrer oder als Spaziergänger mit der Familie oder mit Freunden.
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