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Danke!

Dialog-Displays

Freundliches „Danke“ bremst schnelle Fahrer

Ein freundliches Gesicht wirkt Wunder. Das zeigen auch Untersuchungen zur Wirkung von Dialog-Displays im Straßenverkehr. Autofahrer halten sich demnach eher an eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn ein so genanntes Dialog-Display am Straßenrand sie mit einem freundlichen „Danke“ belohnt oder mit einem dezenten „Langsam“ ermahnt.


Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen. Wie wichtig es ist, dass die vorgeschriebene Geschwindigkeit eingehalten wird, zeigt folgendes Beispiel: Die Gefahr, dass ein Fußgänger bei einer Kollision mit einem Auto bei 30 km/h getötet wird, liegt statistisch bei 18 Prozent. Sie verdoppelt sich bei 40 km/h nahezu und vervierfacht sich bei 50 km/h.

Dialog-Displays sind keine Blitzer und sie melden auch nicht die ermittelte Geschwindigkeit zurück. Stattdessen leuchten im Display je nach Tempo die Worte "Langsam!" in Rot oder "Danke!" in Grün auf. Durch Abbremsen hat der Autofahrer die Möglichkeit, den mahnenden Tadel auf der Anzeigetafel in ein Lob umzuwandeln. Bebildert sind die Displays jeweils mit großflächigen Kindermotiven.

Für die Studie haben Mitarbeiter der TU Dresden im Auftrag der Unfallforschung der Deutschen Versicherer (UDV) an verschiedenen Orten in Deutschland Daten zum Verkehrsverhalten an Dialog-Displays gesammelt. In Berlin gibt es derzeit rund 85 solcher „höflichen Brüder der Radarfalle“. An allen innerstädtischen Testorten sank die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer und zwar um 1,8 bis sechs Stundenkilometer. Der Anteil der Temposünder verminderte sich um 43 bis 64 Prozent.

Auch Brummifahrer zeigen eine positive Reaktion: So ging die Zahl der Lkw-Fahrer, die schneller als 55 km/h durch den Ort Lemsell in Sachsen-Anhalt fuhren, um 67 Prozent zurück. Ein Gewöhnungseffekt tritt offenbar nicht ein: An einer Berliner Messstelle in einer Tempo-30-Zone betrug das Tempo im Dreijahres-Mittel nur 28,7 km/h; vor der Installation des Dialog-Displays lag die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit noch bei rund 38 km/h.

Die Anzeigetafeln können zudem an Zebrastreifen wirksam eingesetzt werden. Mit den beiden wechselnd aufleuchtenden Begriffen "Langsam!" und "Achtung!" eignen sie sich aber auch als Warntafeln vor kreuzenden Radwegen oder an unbeschrankten Bahnübergängen. In Chemnitz stieg die Zahl der Autofahrer, die an einem mit Display ausgestatteten Zebrastreifen anhielten, um 130 Prozent. Die Wirkung ist nicht nur messbar, sondern für die Fußgänger im Umfeld der Displays auch spürbar. Sie nehmen sowohl deutliche Unterschiede des Fahrverhaltens der Kraftfahrer als auch eine spürbar höhere eigene Sicherheit wahr.

Allerdings hängt der Erfolg stark von den örtlichen Voraussetzungen wie Verkehrsbelastung, zulässige Geschwindigkeit, Breite und Ausstattung einer Straße ab. Zum Einsatz sollten die interaktiven Displays nach Ansicht der Unfallforscher vor allem im innerörtlichen Bereich zur Sicherung von sensiblen Stellen wie Fußgängerüberwegen, Schulen, Kitas oder Senioreneinrichtungen kommen. Auch als Lärmschutzhilfe wurden die Displays erfolgreich getestet: Über dem Display mit den Worten "Leise!" und "Danke!" ist ein Babygesicht abgebildet.

Aber nicht nur Menschen profitieren von den Leuchttafeln: Um die an Land nicht gerade flinken Biber beim Überqueren einer Straße in Berlin-Spandau besser zu schützen, nahmen Senat und Bezirk ein entsprechendes Dialog-Display in Betrieb, das den Kraftfahrern auf der Tempo-30-Strecke signalisiert, ob sie zu schnell sind. Zuletzt war dort vor einem Jahr einer der streng geschützten Biber totgefahren worden.
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