AXA Verkehrssicherheits-Report
Deutsche: die besten, aber auch aggressive Autofahrer
Deutschland hat laut einer europäischen Umfrage die besten Autofahrer – allerdings bezeichnen nach Angaben des AXA Verkehrssicherheits-Reports selbst 47 Prozent der Deutschen den Fahrstil der Bundesbürger als aggressiv.Der AXA Verkehrssicherheits-Report ist eine länderübergreifende Studie zum Verhalten der Europäer im Straßenverkehr. Von insgesamt 7.224 im Auftrag der AXA Versicherung Befragten wurden die Deutschen bei der Wahl der besten Autofahrer am häufigsten auf Platz 1 gewählt – vor den Briten und den Schweizern. Fast die Hälfte der befragten Deutschen hält Frauen für die sichereren Autofahrer. Nur jeder Fünfte glaubt, Männer seien hinter dem Steuer besser.
Insgesamt fühlen sich Deutsche (82 Prozent der Befragten) und Europäer (72 Prozent) auf den Straßen sicher. Am sichersten fühlen sich die Deutschen im Übrigen auf der Landstraße. Ein trügerisches Gefühl, denn Unfälle auf Landstraßen sind oft besonders schwer. 59 Prozent aller tödlichen Unfälle ereignen sich auf Landstraßen. Das Risiko, tödlich zu verunglücken, ist auf Landstraßen mehr als doppelt so hoch wie innerhalb von Ortschaften oder auf Autobahnen.
Meist sind die Einschätzungen aller Europäer und der Deutschen zu gefährlichem Fahrverhalten ähnlich. Doch es gibt auch einige Unterschiede – zum Beispiel beim Thema Alkohol am Steuer. Deutsche sind sich der Gefahr wesentlich stärker bewusst als ihre Nachbarn im europäischen Ausland. Während das Fahren nach dem Genuss alkoholischer Getränke europaweit von 78 Prozent der Befragten als Gefahr angesehen wird und somit nur auf Platz sechs unter den größten Gefahrenquellen landet, bewerten es die Deutschen als zweitgrößte Gefahr (92 Prozent).
Drängeln wird als größtes Sicherheitsrisiko empfunden: Für 90 Prozent der befragten Europäer und 94 Prozent der befragten Deutschen geht von einem zu geringen Sicherheitsabstand eine große Unfallgefahr aus. Dennoch gab ein Viertel der befragten Deutschen an, selbst nicht genügend Abstand zu halten (Europa: 21 Prozent). Auch das Telefonieren ohne Freisprechanlage während der Fahrt wird in Deutschland mit 80 Prozent der Nennungen als gefährlich angesehen. Doch gibt fast jeder Vierte zu, sein Mobiltelefon im Auto regelmäßig ohne Freisprechanlage zu benutzen – ein gefährlicher Leichtsinn.
Tatsächlich waren 2007 nach AXA-Angaben auf deutschen Straßen fast 48.000 Unfälle mit Personenschaden auf zu geringen Abstand zurückzuführen. Rund 25.000 Unfälle mit Personenschaden wurden durch mangelnde Fahrtüchtigkeit – also zum Beispiel Alkoholeinfluss – verursacht. Bei elf Prozent aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge war Alkohol im Spiel.
Die Angaben der jungen Fahrer im AXA Verkehrssicherheits-Report geben besonders zu denken – vor allem vor dem Hintergrund, dass Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren nach wie vor die am stärksten gefährdete Gruppe im Straßenverkehr sind: 73 Prozent der befragten jungen Fahrer gaben an, auf der Autobahn zu schnell zu fahren, 49 Prozent fahren zu dicht auf und 40 Prozent telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung.




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