
Beruf: Fahrlehrer
Nicht nur Fitnesstrainer für Fahranfänger
Unterwegs sein und vor allem jungen Leuten das Auto- oder Motorradfahren beibringen. Für viele scheint der Beruf des Fahrlehrers ein Traumjob: ein immer wieder wechselnder Kreis an Fahrschülern und eine abwechslungsreiche Arbeit. Auf alle Fälle ist es eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.Wer Fahrlehrer werden will, muss mindestens 22 Jahre alt und für den Beruf "geistig, körperlich und fachlich geeignet" sein, wie es in der Ausbildungsordnung heißt. Die körperliche und geistige Eignung wird von einem Arzt bescheinigt. Die fachliche Eignung zeigt sich bei der Fahrlehrerprüfung. Fahrlehrer müssen zuverlässige Persönlichkeiten sein: keine groben Vorstrafen, möglichst keine Eintragungen in Flensburg. Deshalb scheiden manche Kandidaten aus, die Einträge im Verkehrszentralregister oder im Bundeszentralregister (amtliches Führungszeugnis) haben. Wer anderen vermitteln will, wie man sicher, rücksichtsvoll und vorausschauend fährt, muss eine Vorbildfunktion einnehmen können.
Voraussetzung für einen angehenden Fahrlehrer ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Lehrberuf (egal ob der Beruf etwas mit "Fahren" zu tun hat), in einem Facharbeiterberuf wie "Berufskraftfahrer" oder die bestandene Prüfung zum mittleren Dienst (z. B. bei Polizei oder Bundeswehr). Fahrlehrer müssen grundsätzlich die Fahrerlaubnis der Klasse A (Motorrad), BE (Pkw) und CE (Lkw) besitzen, auch wenn sie zum Beispiel keine Motorrad- oder Lkw-Fahrer ausbilden wollen. Denn sie sollen als Fahrlehrer aus eigener Erfahrung die besonderen Probleme dieser Verkehrsteilnehmer kennen und ihren Schülern vermitteln können. Wer auch Busfahrer unterrichten will, muss auch die Fahrerlaubnis für die Klasse DE besitzen. Die Fahrerlaubnis auf Probe reicht nicht aus. Fahrlehrer müssen – natürlich – selbst über eine ausreichende Fahrpraxis auf Kraftfahrzeugen der Klassen verfügen, die sie unterrichten wollen.
Die ersten fünf Monate der Ausbildung verbringen angehende Fahrlehrer in der Fahrlehrer-Fachschule. Nach einer Prüfung sammeln sie viereinhalb Monate Praxis in einer Ausbildungsfahrschule. Nach dieser Zeit gilt es, eine praktische und eine theoretische Lernprobe zu absolvieren. Wer diese Prüfung besteht, ist staatlich geprüfter Fahrlehrer. Die Ausbildung zum Fahrlehrer in der Klasse B/BE kostet etwa 6.000 EUR, in der Klasse A ca. 2.000 EUR und in der Klasse C/CE etwa 4.000 EUR.
Wer Fahrlehrerin oder Fahrlehrer werden will, um mit scheinbar wenig Anstrengung viel Geld zu verdienen, sollte die Finger von diesem Beruf lassen. Die Zeiten in der Fahrschulbranche sind, besonders wegen des harten Wettbewerbs und der zurückgehenden Schülerzahlen, nicht besonders rosig. Zudem müssen sich angehende Fahrlehrer auf unregelmäßige und anstrenge Arbeitszeiten (z. B. Nachtfahrten) einstellen. Fahrlehrer kann ein ganz schön stressiger Beruf sein, der einem aber auch viel Spaß machen kann.
Der Arbeitsplatz eines Fahrlehrers ist meistens die Straße bzw. das Fahrschulauto oder -motorrad. Nur der Theorieunterricht wird meist in einem kleinen Schulungsraum gehalten. Besonders wichtig ist für den Fahrlehrer der direkte Kontakt mit den Fahrschülern. Während der Ausbildung eines Fahrschülers ist es wichtig, Vertrauen aufzubauen und den Fahrschüler sicher und kompetent zum Führerschein zu begleiten. Der Dank der Fahrschüler nach bestandener Prüfung ist für den Fahrlehrer immer etwas Besonderes.




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