Tödliche Gefahr
Gut einsehbare Kreuzungen
Die Kreuzung liegt außerhalb geschlossener Ortschaften und sie ist von allen Seiten gut einzusehen. Trotzdem ist diese Kreuzung ein Unfallschwerpunkt. An gut einsehbaren Einmündungen und Kreuzungen außerhalb geschlossener Ortschaften passieren laut ADAC-Unfallforschung besonders viele schwere Unfälle. Jeder siebte Tote oder Schwerverletzte ist die Folge falschen Einbiegens oder Kreuzens – im Jahr 2007 waren das fast 5.400 Menschen. Insgesamt ging die Zahl der Verkehrsopfer zwar zurück, an kritischen Kreuzungspunkten allerdings stieg sie an.Fast die Hälfte der tödlichen Unfälle an Kreuzungen sind so genannte Linksabbieger-Unfälle, bei denen der Linksabbieger dem Gegenverkehr die Vorfahrt nimmt. Bei solchen Unfällen kommt es meist zu gefährlichen Seitenkollisionen. Insassen werden dabei manchmal noch schwerer verletzt als bei Frontalunfällen.
Sehr oft ist mangelnde Aufmerksamkeit der Fahrer eine der Hauptunfallursachen. Gute Sichtverhältnisse „verleiten die Verkehrsteilnehmer dazu, nicht anzuhalten, sondern sich mit gleichmäßiger Geschwindigkeit anzunähern. Und dabei können sowohl Motorräder als auch Pkw und Lkw übersehen werden“, erklärt Thomas Unger von der ADAC-Unfallforschung.
Auch die schlechte Rundumsicht in einigen Autos ist laut ADAC ein Risikofaktor. Vielfach ist aus Design- und Aerodynamikgründen der vordere Dachholm (A-Säule) sehr breit und kann beim Einbiegen die Sicht auf andere Autos verdecken.
Um die Unfälle an einsehbaren Kreuzungen zu reduzieren, empfiehlt es sich, auf Landstraßen grundsätzlich vor dem Einbiegen oder Kreuzen sehr langsam zu fahren oder eventuell kurz anzuhalten, um die Verkehrssituation besser zu überblicken. So können Linksabbieger die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, das ihnen auf der Hauptfahrbahn entgegenkommt, besser einschätzen. Die alte Regel „links, rechts und nochmal links schauen“ sollte auch an übersichtlichen Einmündungen befolgt werden.




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