www.nextline.de wird seit Dezember 2010 nicht mehr aktiv gepflegt, bleibt aber als Materialsammlung online. Lehrkräfte, Ausbilder und Schüler beziehungsweise Auszubildende finden hier unter anderem die gesammelten Jahrgänge von 2005 bis 2010 aller erschienenen Unterrichtshilfen und ARBEIT UND GESUNDHEIT-next-Ausgaben, teilweise mit Foliensätzen. Diese Materialien sind auch als CD-ROM erhältlich.

Neues Angebot für Lehrkräfte und Ausbilder! www.dguv.de/lug
mehr...
Allee

Alleen

Reizvolle Landschaften – trügerische Idylle

Alleen sind landschaftlich besonders reizvoll. Mehr als 2.500 Kilometer Alleen ziehen sich als grünes Band durch ganz Deutschland. Viele Berufstätige befahren auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit Alleen. Dass diese Straßen für die Verkehrsteilnehmer besondere Risiken bergen, ist den meisten Fahrern gar nicht bewusst. Etwa 30 Prozent der Unfallopfer auf Landstraßen sterben durch einen Aufprall auf Bäume.


Laut einer Studie des Reifenherstellers Uniroyal aus dem Jahr 2003 fühlen sich nur wenige Pkw-Fahrer in Alleenunsicherer. Für drei Viertel der befragten Fahrer trifft die Aussage „In Alleen fühle ich mich beim Fahren mit dem Pkw unsicher“ eher nicht oder gar nicht zu. Eine Umfrage des DVR aus dem Jahr 2001 zeigt, dass insbesondere die Gefahr durch Bäume unterschätzt wird, die mehr als 1,5 Meter von der Fahrbahn entfernt stehen.

Egal ob die Bäume direkt am Fahrbahnrand oder einige Meter von der Straße entfernt stehen: Kollisionen mit Bäumen sind sehr häufig mit schweren Unfallfolgen verbunden. Umso bedenklicher ist, dass in Alleen meist genauso schnell gefahren wird wie auf anderen Landstraßen.

Es sind mehrere Gründe, die Alleen so gefährlich machen: Die Fahrstreifen in Alleen sind bedingt durch die Begrenzung der Bäume oft schmaler als auf anderen Straßen. Außerdem fällt die Straßendecke oft zum Fahrbahnrand hin ab. Auch in eine Allee einzubiegen oder diese zu kreuzen ist gefährlich, da durch die engen Baumreihen vorfahrtberechtigte Verkehrsteilnehmer nur schwer zu erkennen sind.

Gefährlich wirken sich auch die Sichtbehinderungen in Alleen aus: Dichte Baumkronen lassen oft kaum Licht hindurch. Licht und Schatten wechseln sich in rascher Folge ab und strengen die Augen an. Die Baumreihen erzeugen eine Art Tunneleffekt und verengen den Blick derart, dass Entfernungen falsch eingeschätzt werden. Abstände sind schwieriger wahrzunehmen. Andere Verkehrsteilnehmer, zumal wenn sie ohne Beleuchtung unterwegs sind, werden leicht übersehen. Fahrer richten in Alleen ihren Blick leicht zu weit nach vorne und nehmen das Geschehen am Fahrbahnrand und daneben kaum noch wahr.

Tagfahrlicht hilft, andere besser zu sehen und besser gesehen zu werden. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. und die gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen empfehlen daher generell außerhalb geschlossener Ortschaften auch bei Tag mit Licht zu fahren.

Eine weitere Gefahr für die Verkehrsteilnehmer: Alleen sind Wetterfallen. Im Schatten halten sich nasse Fahrbahnen und Nebel länger. Die Fahrbahn trocknet nur sehr langsam ab. Im Winter muss mit erhöhter Glatteisgefahr gerechnet werden. Im Herbst macht Laub die Fahrbahn rutschig. Herunterfallende Früchte wie Eicheln und Kastanien haben eine besondere Anziehungskraft auf hungriges Wild. Daher kommt es in Alleen auch immer wieder zu Unfällen mit Rehen, Hirschen oder Wildschweinen. Dabei gilt: Nicht versuchen, dem Wild auszuweichen, sondern die Richtung beibehalten. Ein Zusammenstoß mit Wild ist niemals so gefährlich wie das unkontrollierte Schleudern gegen einen Baum.
 | Übersicht

Zum Anfang der Seite springen
 


 
Druckversion
Diese Seite empfehlen




Sitemap