
Euro NCAP
Crashtest auf Herz und Nieren
Bei Restaurants und Hotels stehen viele Sterne für erlesene Speisen und hohen Komfort. Beim Euro NCAP-Test werden nagelneue Autos in immer gleicher Weise gegen ein Hindernis gefahren und danach die Auswirkungen des Crashs ausgewertet. Ab 2009 reicht ein gutes Crashergebnis allein nicht mehr, um die höchste Wertung von fünf Sternen zu bekommen. Fahrzeuge mit der Top-Bewertung müssen zum Beispiel auch ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) besitzenJe besser ein Fahrzeug und die Dummies, die sich als "Insassen" im Auto befinden, den Crash überstehen, desto mehr Sterne erhält das Fahrzeug. Sicherheit ist ein Kaufargument. Viele Hersteller investieren deshalb in die Entwicklung immer sichererer Fahrzeuge. Da fällt es dann schon deutlich auf, wenn ein Fahrzeug wie der Brilliance BS6 aus China schlecht abschneidet und nur einen von fünf Sternen erringt.

Der Brillance aus China schneidet
beim Crashtest nicht sehr gut ab
Ab 2009 – wann genau steht noch nicht fest – wird das Gesamtergebnis der drei Kategorien über die Anzahl der Sterne entscheiden. Mehr noch: Als Viertes wird die „aktive Sicherheit“ (z. B. Fahrerassistenzsysteme wie ESP) berücksichtigt, da sie dazu beiträgt, Unfälle zu vermeiden und somit auch den Schaden aktiv zu begrenzen.
Bei der Insassensicherheit wird künftig auch untersucht, wie gut Mitfahrer vor einem Schleudertrauma geschützt sind. Außerdem sollen künftig der seitliche Pfahlaufprall und das Gewicht eines Fahrzeugs stärker berücksichtigt werden.
Dass auch die begehrten fünf Sterne keinen Fahrer in trügerischer Sicherheit wiegen sollten zeigt ein Crashtest mit 80 km/h beim Aufprall statt der 64 km/h, mit denen beim Euro NCAP die Fahrzeuge untersucht werden. Die Bilanz (wir berichteten): Schwere Verletzungen waren nicht mehr zu verhindern, auch ein gutes Fahrzeug kommt dann bereits an seine Grenzen.
Das neue Euro NCAP-Verfahren zeigt, dass eine harte Schale nicht alles ist. Wer künftig mit fünf Sternen für sein Auto werben möchte, darf bei Fußgänger- und Kinderschutz sowie der aktiven Sicherheit nicht patzen. Nach Angaben des ADAC wird der Insassenschutz zu 50 Prozent in die Gesamtbewertung eingehen, Fußgänger- und Kinderschutz zu 20 Prozent und die aktive Sicherheit zu 10 Prozent. Doch zusätzlich werden Ausreißer in Einzeldisziplinen bestraft. Also wird es zum Beispiel bei einem schlechten Einzelergebnis im Fußgängerschutz trotz hoher Gesamtpunktzahl kein Spitzenergebnis geben.




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