Rettungshubschrauber

Alarm für "Christoph 4"

Mit dem Rettungshubschrauber im Einsatz

Wie jeden Morgen gibt Rettungsassistent Volker Hubrich über Funk die Meldung ab: "Christoph 4 einsatzbereit". Es ist 7 Uhr und die Leitstellen bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in der Umgebung von Hannover wissen nun, dass sie im Ernstfall den Hubschrauber anfordern können. Schon nach ein paar Minuten kommt über Funk der erste Auftrag: "Hier Leitstelle Hannover - fliegen Sie nach Celle. Mann mit Herzinfarkt."


Nach weniger als 90 Sekunden ist der Hubschrauber in der Luft und in nicht einmal zehn Minuten landet Pilot Hans Czichos auf einer Wiese. Volker Hubrich und Notarzt Christian Probst schnappen sich Notfallrucksäcke und Geräte und laufen zum Haus des Patienten. Nach eingehender Untersuchung gibt der Notarzt Entwarnung: "Es war doch kein Herzinfarkt." Zur Sicherheit soll der Patient aber ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Das kann ein Rettungswagen übernehmen. Die Besatzung des Rettungshubschraubers kann zur Medizinischen Hochschule in Hannover zurückkehren und sich für ihren nächsten Einsatz vorbereiten.

Die Vorbereitung ist eine wichtige Phase. Dass alles schnell und reibungslos funktioniert, kann Menschenleben retten. Daher überprüft das Rettungsteam immer wieder die medizinischen Geräte und das Navigationssystem des Hubschraubers. Mehr als 50 solcher Einsatzteams, die im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit in der Luft sind, gibt es in Deutschland. Die meisten Rettungshubschrauber heißen "Christoph", nach dem Schutzpatron der Autofahrer.

Ausgerüstet sind die Rettungshubschrauber mit allem, was der Arzt zur Notfallbehandlung braucht. Sie bieten außerdem Raum für die Aufnahme von zwei Patienten und können sie in kürzester Zeit in Spezialkliniken transportieren. Passiert irgendwo ein schwerer Unfall oder ist jemand lebensgefährlich krank, bringen die Helikopter Arzt und Rettungsassistent so schnell wie möglich dorthin. Ob dann auch der Patient mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht wird, oder eine Fahrt mit dem Krankenwagen ausreicht, entscheidet der Notarzt immer erst vor Ort.
Bis halb neun bleibt es ruhig. Der Pilot studiert die Wettermeldungen und trägt die Flugminuten ein. Darüber muss er genau Buch führen, denn Piloten dürfen aus Sicherheitsgründen ihre Einsatzzeiten nicht überschreiten. Dann kommt der nächste Einsatzruf per Funk: "Neuer Einsatz für Sie: Langenhagen bei Hannover - Verkehrsunfall mit Schulkind."

Acht Minuten später landet die Crew an der Unfallstelle. Polizei und Rettungswagen sind schon dort. "Scheint nicht so schlimm zu sein – das Kind ist ansprechbar und hat wohl nur Prellungen", empfängt sie ein Rettungsassistent. Das zehnjährige Mädchen hatte einen Zusammenstoß mit einem Auto. "Du hattest einen Schutzengel, weil Du einen Fahrradhelm getragen hast", lobt der Notarzt das Mädchen, das mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus kommt.

Noch mehrfach an diesem Tag werden die Retter aus der Luft von der Medizinischen Hochschule in Hannover zum Einsatz gerufen, unter anderem, um eine Schwerverletzte in eine Spezialklinik zu verlegen, zu einem Arbeitsunfall und einem weiteren Verkehrsunfall. Bis zum Sonnenuntergang arbeitet das Rettungsteam, dann hat "Christoph 4" Feierabend – denn nachts ist der Einsatz von Rettungshubschraubern zu gefährlich.
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