
Abstand
Zwei Sekunden bringen Sicherheit
Seit Jahren ist mangelnder Abstand neben überhöhter Geschwindigkeit und Vorfahrtsverletzungen eine der Hauptunfallursachen. Im Jahr 2007 kamen bei 47.973 Unfällen durch mangelnden Sicherheitsabstand 65.445 Personen zu Schaden. Bei den 18- bis 24-Jährigen ist zu geringer Abstand mit 13,1 Prozent der Unfälle sogar die zweithäufigste Ursache.Die Gründe für zu dichtes Auffahren sind vielfältig. Nach Meinung von Unfallforschern verleiten vor allem emotionale Faktoren zu gefährlich geringem Abstand zum Vordermann. Dabei kann das Gefühl eine Rolle spielen, mit geringerem Abstand vermeintlich schneller voranzukommen, obwohl oft genug das Gegenteil der Fall ist und durch dieses Verhalten der Verkehrsfluss nachweislich ins Stocken kommt.
Jeder Autofahrer hat zudem eine konkrete Vorstellung von der eigenen Wunschgeschwindigkeit. Wenn er sich von einem anderen Fahrer ausgebremst fühlt, können daraus Ärger und Aggression entstehen. Die Bereitschaft zum Drängeln wird außerdem durch die Anonymität im Straßenverkehr begünstigt.
Gefährlich ist das Drängeln nicht nur, weil im Ernstfall entscheidende Meter für eine Vollbremsung fehlen. Zu geringer Sicherheitsabstand beeinflusst auch die Fahrweise des Vorausfahrenden. Fühlt sich ein Autofahrer durch ein zu dicht auffahrendes Fahrzeug eingeengt, wird er gestresst. Wer von anderen bedrängt wird, fährt häufig unsicherer oder wird selbst aggressiv und macht Fahrfehler.
Die Bußgeldsätze für Abstandsverstöße werden daher nach 2006 auch 2009 noch einmal deutlich verschärft. Erhebliche Unterschreitungen des Sicherheitsabstands können voraussichtlich ab Februar mit einem Bußgeld bis 400 Euro, vier Punkten im Flensburger Verkehrszentralregister und drei Monaten Fahrverbot geahndet werden. Maßgeblich für die Höhe des Bußgeldes ist dabei auch die gefahrene Geschwindigkeit.
Als Faustformel für einen ausreichenden Abstand gilt: Abstand ist gleich halber Tacho in Metern. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ist demnach ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern einzuhalten. Außerorts kann man sich dazu leicht am Abstand der Leitpfosten orientieren. Auf Autobahnen stehen sie etwa alle 50 Meter. Autofahrer können sich auch an der "Zwei-Sekunden-Regel" orientieren: Wenn der Vordermann eine Markierung (Leitpfosten, Verkehrsschild) passiert, "einundzwanzig, zweiundzwanzig" zählen und so den zeitlichen Abstand messen. Wer die Markierung schneller erreicht, ist zu dicht dran. Dabei müssen aber beide Fahrzeuge mit etwa gleicher Geschwindigkeit unterwegs sein.
Durch ausreichenden Abstand lässt sich auch eine Menge Sprit sparen, denn bei einem Abstand von mindestens zwei Sekunden lässt sich frühzeitig erkennen, was der Vordermann vorhat, ob er etwa links abbiegen will. Ständiges Bremsen und wieder Beschleunigen lässt sich dadurch vermeiden. Abstand entlastet damit auch den eigenen Geldbeutel und die Umwelt.
Bei schlechten Sicht- oder Witterungsverhältnissen den Abstand entsprechend vergrößern, da man weniger wahrnimmt und die Haftung der Reifen geringer ist. Der Abstand sollte dann mindestens der Tachogeschwindigkeit in Metern entsprechen. Gerade im Winter sollte der Abstand zum Vordermann, aber zum Beispiel auch der Abstand beim Abbiegen vor entgegenkommenden Fahrzeugen lieber etwas größer bemessen werden.




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