Handyparken-Schild

Anruf statt Parkschein

Handyparken ist im Kommen

Keine hektische Suche mehr nach Kleingeld. Kein Dauerlauf mehr zum nächsten Parkscheinautomaten. Ein Anruf genügt. In 22 deutschen Städten können die Parkgebühren mittlerweile per Handy gezahlt werden. Tendenz steigend.


In Berlin, Hamburg und Köln, aber auch in kleineren Städten wie Neustadt an der Weinstraße oder Lemgo, stehen immer häufiger Parkschilder, auf denen nicht mehr "mit Parkschein" steht, sondern auch eine Telefonnummer. Wer hier parken will, kann auch einfach die angegebene Telefonnummer wählen und per Anruf die Parkgebühren zahlen.

Wer am Handyparken teilnehmen möchte, muss sich vorher telefonisch oder im Internet unter www.mobil-parken.de mit Handynummer, Kennzeichen und Bankverbindung bei einem Anbieter seiner Stadt registrieren lassen. Dann ist Handyparken einfach und bequem. Wer weiß schon im Voraus, wie lange er stehen bleiben will, wie lange der Einkauf, der Friseurtermin oder die Besprechung dauert? Musste man früher, um auf Nummer sicher zu gehen, lieber etwas zu viel einwerfen, so muss man beim Handyparken nur die erlaubte Höchstparkdauer beachten. Sobald man wieder an seinem Auto ist, ruft man erneut die Servicenummer an und meldet sich wieder ab. Die Parkdauer wird im Drei-Minuten-Takt abgerechnet und am Monatsende bekommt der Nutzer eine Rechnung.

Bevor man sich für einen der Anbieter entscheidet, ist es ratsam, die Geschäftsbedingungen genau zu lesen und verschiedene Tarife zu vergleichen. Allerdings gibt es in den meisten Städten bislang nur einen Anbieter. Neben den Parkgebühren, die die Kommune erhebt, zahlt jeder Nutzer eine monatliche Grundgebühr an den Anbieter von ein bis drei Euro sowie für jeden Parkvorgang eine Transaktionsgebühr zwischen zehn und 26 Cent. Daran verdienen die Anbieter. Trotzdem sei Handyparken durch die minutengenaue Abrechnung nicht teurer, so Michael Sandrock von TelematicsPRO e.V., dem Betreiber der Internet-Plattform mobil-parken.de. Einspareffekte im Vergleich zum Parkschein vom Automaten lägen laut einer Untersuchung der Technischen Universität Berlin sogar zwischen zehn und zwölf Prozent.

Handyparken dürfte sich bislang eher für Autofahrer lohnen, die regelmäßig in einer einzigen Stadt unterwegs sind. Wer quer durch die Republik reist, müsste sich bei mehreren Anbietern registrieren. Das wird dann schnell zu kompliziert. Da ist es doch einfacher, immer etwas Bargeld dabei zu haben.

Kontrolliert werden übrigens auch die Handyparker – per Handy. Eine Plakette an der Windschutzscheibe weist das Auto des Handyparkers aus. Die Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes können per Fotohandy den 3D-Barcode der Vignette fotografieren und per MMS an einen Computer schicken der automatisch eine Rückmeldung gibt.

Manche Überlegungen gehen schon wieder über das Handyparken hinaus. Langfristig werden die Parkgebühren über das Navigationssystem abgerechnet, meinen Wissenschaftler.
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