
Formel 1
Stabiles Monococque als Schutzengel
Wieder hat Dank der hohen Sicherheitsstandards in der Formel 1 ein Fahrer einen wahren Horrorcrash glimpflich überstanden. McLaren-Pilot Heikki Kovalainen war beim Großen Preis von Spanien in Barcelona mit hoher Geschwindigkeit frontal in die Reifenstapel am Streckenrand gerast. Doch der Finne erlitt keinerlei schwere Verletzungen. Offenbar hatte ein Schaden am linken Vorderrad seines Rennwagens zu dem Unfall geführt."Ich habe leichte Kopfschmerzen und einen steifen Nacken. Aber davon abgesehen, fühle ich mich gut", sagte der Finne nachdem er eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus verbracht hatte. Vor allem das stabile Monocoque seines Formel-1-Flitzers war wohl der Schutzengel des 26-Jährigen. An den Unfall selbst kann er sich nicht erinnern. Zum Zeitpunkt des Unfalls war er mit etwa 260 km/h unterwegs.
Das Monocoque ist das zentrale Sicherheitspaket eines Formel-1-Boliden. Es muss immensen Belastungen standhalten. Die Sicherheitszelle wird aus Kohlefaser gefertigt. Dieser Verbundwerkstoff ist doppelt so fest wie Stahl, aber fünfmal leichter, und in der Formel 1 zählt jedes Gramm. Bis zu zwölf Schichten Kohlefasermatten fügen sich übereinander. Die einzelnen Fasern sind jeweils fünfmal dünner als ein menschliches Haar. Eine wabenförmige Aluminiumschicht zwischen den Kohlefaserschichten erhöht die Steifheit des Monocoques zusätzlich. Unter Druck wird das Monocoque in einem großen Ofen dreimal zweieinhalb Stunden erhitzt und damit ausgehärtet. Um das Monocoque herum sorgen verschiedenen Crash-Strukturen dafür, bei einem Aufprall einen Teil der Energie aufzunehmen.
Seit 1985 sind vom Automobil-Weltverband FIA Crashtests vorgeschrieben, die die Belastungsfähigkeit von Crashstruktur und Monocoque sicherstellen. Im Laufe der Jahre wurden diese Tests immer weiter verschärft. Unter anderem wird das Monocoque mit einer Geschwindigkeit von 14 Metern pro Sekunde (50,4 km/h) gegen eine feste Wand gefahren.
Nicht nur bei einem Frontalaufprall muss das Monocoque stabil bleiben. In den Tests werden auch Seiten und Heckaufprall simuliert. Dabei muss die Kohlefaserkonstruktion Belastungen bis zu 25 Tonnen standhalten. Im Jahr 1997 prallte Giancarlo Fisichella in Silverstone rückwärts gegen die Streckenbegrenzung. Wie die Auswertung der Blackbox ergab, wurde dabei sein Rennwagen innerhalb von 0,72 Sekunden von 227 km/h auf Null verzögert. 227 km/h entsprechen rein rechnerisch einem Fall aus 200 Metern Höhe. Das Monocoque als Lebensversicherung: Auch Fisichella verletzte sich nur leicht am Knie.




![[Logo] www.jugend-arbeitsschutz-preis.de](/images_nextline/JAZ_Farbe.gif)
