
Geschwindigkeitskontrolle
Rasern keine Chance lassen
Ein Autobahn-Parkplatz an der A3. Thomas Martin und Werner Lasar sind bei der Arbeit. Ihr Job an diesem Nachmittag: Geschwindigkeitskontrolle an einem gefährlichen Streckenabschnitt. Als ein Pkw vorbeifährt, blitzt es. 156 Stundenkilometer (km/h) notiert einer der beiden Polizeikommissare. Das wird einen Punkt in Flensburg und einen Monat Fahrverbot geben.Für Pkw sind in diesem Abschnitt 100 km/h erlaubt. Für Lkw wegen der gefährlichen Kurven und des starken Gefälles nur 60. Ein Sensor misst die Hell-Dunkel-Unterschiede. Fährt ein Fahrzeug vor den vier Öffnungen des Gerätes vorbei, berechnet das Gerät die Geschwindigkeit. Ist ein Auto zu schnell, wird ein Signal an zwei Kameras mit eigenen Blitzgeräten übermittelt. Sie erfassen die gesamte Fahrbahnbreite. Niemand soll sagen können, dass in Wirklichkeit ein anderes Fahrzeug oder ein schnelles Motorrad das Signal ausgelöst habe. Fotografiert wird noch auf Film – Schwarz-Weiß-Fotos im Kleinbildformat. 30 Bilder passen auf einen Film, dann muss er gewechselt werden.
Die beiden Polizeikommissare haben es sich in ihrem Messfahrzeug hinter den verdunkelten Scheiben gemütlich gemacht: Neben dem Monitor steht eine Thermoskanne mit Kaffee auf dem kleinen Tischchen. Die allermeisten Verkehrsteilnehmer fahren mit angemessener Geschwindigkeit vorbei. Von Radarfalle kann auch nicht die Rede sein. Zu offensichtlich stehen Sensoren und Kameras hinter der Leitplanke. "Wir sind keine Straßenräuber", erklärt Werner Lasar. "Wir sind da und kontrollieren." Sein Ziel sei es, dass langsamer gefahren wird. Denn überhöhte Geschwindigkeit ist die Ursache vieler Unfälle – auch auf der Autobahn.
Er hat daher gar nichts dagegen, dass Radiosender vor ihrer Messstelle warnen und viele Lkw-Fahrer per CB-Funk längst über ihre Kontrolle Bescheid wissen. "Uns ist das recht, weil die Autofahrer dann vorsichtiger fahren." Manchmal sei er mit seinem Kollegen schon längst zu Hause, während im Radio noch stundenlang vor ihren Kontrollen gewarnt werde. Es gehe nicht darum, möglichst viele Autofahrer abzukassieren, sondern Präsenz zu zeigen.
Dass die Geschwindigkeitsbeschränkungen und die Kontrollen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten, zeigen auch die Unfallzahlen in diesem Abschnitt. Die Strecke war früher ein Unfallschwerpunkt. Gab es im Jahr 2004 hier noch 124 Unfälle, so waren es 2007 nur 87. Gab es 2004 noch 17 Lkw-Unfälle auf der Strecke, so waren es 2007 nur fünf – keiner davon wegen überhöhter Geschwindigkeit.
Von 12.15 bis 17.15 Uhr dauert an diesem Tag die Messung. 3.379 Fahrzeuge werden erfasst. Lediglich acht Lkw haben die vorgeschriebenen 60 km/h um weniger als 20 überschritten. Sie werden eine Verwarnung erhalten. Für Pkw-Fahrer gibt es 76 Verwarnungen und 28 Bußgeldverfahren. Der Fahrer mit den 156 km/h hat dabei die unrühmliche Höchstmarke aufgestellt.




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