
Hauptuntersuchung
Ein Check für die Sicherheit
Katjas kleiner Flitzer muss „zum TÜV“, wie es so einfach heißt. Die Hauptuntersuchung (HU) steht an. Hoffentlich droht da kein Ärger, denkt sich die 19-Jährige, die nicht weiß, was sie und ihren Wagen erwartet. Aber sie weiß auch: „Nur wenn mein Auto sicher ist, kann ich mich wirklich unbesorgt ans Steuer setzen.“Gemäß Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) müssen alle Fahrzeuge mit einem eigenen amtlichen Kennzeichen „in regelmäßigen Zeitabständen auf Verkehrssicherheit und Vorschriftsmäßigkeit überprüft werden". Amtlich anerkannte Sachverständige, Prüfer oder Prüfingenieure von TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS dürfen die verantwortungsvolle Untersuchung vornehmen.
Über 50 Prüfpunkte untersuchen die Mitarbeiter der Prüforganisationen. Technische Mängel stufen die Prüfer in drei Klassen ein: gering, erheblich und verkehrsunsicher. Bei geringeren Fehlern, erhält das Fahrzeug meist dennoch die Plakette. Der Fahrer muss den Mangel aber unverzüglich beheben lassen. Bei erheblichen Mängeln muss das Auto erst in der Werkstatt repariert werden, bevor es zur Nachuntersuchung antreten kann. Ist das Fahrzeug nicht (mehr) verkehrssicher, darf es nicht mehr gefahren werden.
Der Prüfer hat Katjas Auto auf eine Bühne dirigiert und kontrolliert unter dem Auto die Abgasanlage, die Bremsleitungen und die Radaufhängung. Dann werden die Bremsen auf einem besonderen Prüfstand gecheckt. Auch die Reifen werden eingehend begutachtet: Haben sie ausreichend Profil. Sind sie frei von Beschädigungen, sind Reifen und Felge für den Fahrzeugtyp zugelassen? Schließlich werden auch noch die Abgaswerte gemessen. Nur wenn der Wagen die Grenzwerte der Abgasuntersuchung einhält, kann er auch die HU-Plakette erhalten.
Nachdem der Prüfer auch den Gurt und das Warndreieck begutachtet hat, klebt er Katjas Flitzer die neue Plakette auf das Nummernschild – allerdings erhält ihr Auto die Plakette nur mit geringen Mängeln. Die Wischerblätter der Scheibenwischer ziehen Schlieren und beeinträchtigen die Sicht, mahnt der Prüfer. Katja soll sie baldmöglichst auswechseln.
Nach den Zahlen des AUTO BILD TÜV-Report 2008 ist die Quote der erheblichen Mängel von 18,2 Prozent auf 15,7 Prozent gesunken. Rund sieben Millionen Hauptuntersuchungen wurden dabei für den größten deutschen Gebrauchtwagenreport ausgewertet Zustand: 15,7 Prozent mussten zunächst in die Werkstatt, bevor sie eine Plakette erhielten und bei 33,5 Prozent der Fahrzeuge wurden zumindest leichte Mängel festgestellt. 4,8 Prozent aller zwei bis drei Jahre alten Fahrzeuge nah-men mit erheblichen Mängeln am Straßenverkehr teil (2007: 5,9 Prozent). Die Quote für die vier- bis fünf-jährigen Pkw liegt bei 8,9 Prozent (2007: 10,7 Prozent), die sechs- bis siebenjährigen Pkw schneiden mit 13,3 Prozent ab (2007: 15,8 Prozent), gefolgt von 18,1 Prozent (2007: 21,4 Prozent) bei den acht- bis neunjährigen Pkw und 22,5 Prozent (2006: 26,3 Prozent) bei den zehn- bis elfjährigen Veteranen.




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