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Lukas Weis dreht sich mit seinem Motorrad in der Luft

JUMP

Freestyler Lukas Weis kennt sein Risiko

Sein Spitzname ist „Skywalker“. Und wenn er mit seiner Motocross-Maschine durch die Luft fliegt, weiß man, warum. Lukas Weis ist einer der besten Freestyler und Motocross-Fahrer in Deutschland. Was spektakulär aussieht und den Zuschauern den Atem stocken lässt, ist für den 26-Jährigen ein gut kalkulierbares Risiko: „Das Wichtigste ist, dass man sich selbst nicht überschätzt“, sagt der Motorradprofi.


Mit fünf Jahren schon hat Lukas Weis mit Motocross-Rennen angefangen. Und schon als Drei-Käse-Hoch war er erfolgreich. Später wurde er deutscher Jugendmeister im Motocross (1998) in der 80-ccm-Klasse. Im Jahr 2004 gewann er den ADAC SX-Cup in der 125er-Klasse und wurde Deutscher Freestyle-Meister. Seit 2006 konzentriert sich der gelernte Kfz-Mechaniker aber auf Freestyle. Bei der diesjährigen WM würde er gerne unter die besten Drei kommen. Aber auch ein Top-10-Platz wäre für ihn ein Erfolg.

9'o clock-Indy
Beim Freestyle steuern die wagemutigen Fahrer ihre Maschinen mit hoher Geschwindigkeit über eine Rampe und springen mit akrobatischen Einlagen bis zu 28 Meter weit. Nicht nur die Schwierigkeit der Sprünge fließt mit in die Wertung der fünf Punktrichter, sondern auch die saubere Ausführung und die Sicherheit der Landung.

Lukas Weis beherrscht viele spektakuläre Sprünge: Backflip-Kombinationen zum Beispiel, Rückwärts-Saltos, bei denen er gleichzeitig noch andere Kunststücke auf dem Motorrad vollführt. Auch beim seinen Cliffhangern brandet Beifall auf: Lukas Weis hakt seine Füße unter dem Lenker ein und streckt seinen Körper nach oben. Beim Superman Seatgrab streckt er die Beine und der Oberkörper lang nach hinten und wandert während des Sprungs mit den Händen auf seiner Maschine nach hinten und hält sich nur noch mit einer Hand in einer speziell dafür vorgesehenen Griffmulde unter der Sitzbank fest.

Lukas Weis
Während er bei Stürzen in Motocross-Rennen häufiger Verletzungen davongetragen hatte (Brüche des Schlüsselbeins, des Handgelenks, des Sprunggelenks, Meniskusschaden), ist Lukas Weis als Freestyler bislang ohne schlimmere Blessuren davongekommen. Das heißt nicht, dass er nicht ab und zu mal stürzt. Gerade wenn er im Training versucht, seine Tricks noch extremer auszuführen oder neue Tricks probiert, kann es zu einem Sturz kommen. Aber Sicherheit hat für den Freestyle-Profi oberste Priorität. Er springt sich zunächst langsam ein. Schritt für Schritt tastet er sich dann an die Tricks heran. Teilweise springt er auch ins so genannte „Foam Pit“. Das große Becken mit Schaumstoffschnipseln ermöglicht eine nicht unbedingt weiche, aber doch gefahrlose Landung, auch wenn ein Trick nicht klappt. So lernt Lukas Weis gefahrlos die Bewegungsabläufe und sein Risiko kennen. Beim Training hat er übrigens immer einen Freund oder Kollegen dabei. „Allein ist zu gefährlich, wenn etwas passiert …“, erklärt er.

Flip
Im Training wie bei Wettkämpfen trägt Lukas Weis seine komplette Sicherheitsausrüstung: Helm, Schutzanzug, Brustschutz, Crosshosen, Knieschützer, Handschuhe. „Es kann immer was passieren, zum Beispiel wenn das Motorrad einen Defekt hat. Und der Leistungsdruck ist sehr hoch.“ Gefährlich werde es besonders, wenn jemand im Wettbewerb versuche, über sein Leistungsvermögen hinauszugehen, erklärt er.

Auch im Straßenverkehr sei für jüngere Fahrer die Gefahr, sich selbst zu überschätzen, sehr groß, meint Lukas Weis. Er selbst hatte mit dem Auto seiner Eltern vor einigen Jahren auf Glatteis einen schweren Unfall. „Mir ist zum Glück nichts passiert, aber das Auto war Schrott.“ Motorrad fährt er im Straßenverkehr übrigens kaum. „Das ist mir zu gefährlich“, erklärt er. „Beim Freestyle habe ich alles selbst in der Hand.“ Auf der Straße müssten Motorradfahrer immer damit rechnen, dass andere Fehler machen, ihnen zum Beispiel die Vorfahrt nehmen. Den normalen Motorradführerschein hat er daher mit 18 gar nicht gemacht. Nur Motorräder bis 125 ccm darf er auf der Straße fahren. Aber da macht es ihm mehr Spaß, mit seiner 250-ccm-Maschine über die Rampe durch die Luft zu springen.
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