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Blinker

Gefährliche Nachlässigkeiten

Deutsche als „Europameister im Nicht-Blinken“

Wenn es eine rote Liste für ignorierte Regeln geben würde, hätte das Blinken darin einen festen Platz. Da ist sich Peter Tschöpe, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg, sicher. Und die Deutschen gehen offenbar besonders schlampig mit dem so genannten Fahrtrichtungsanzeiger um: In Deutschland setzen nach einer Umfrage von Scania 31 Prozent der Fahrer den Blinker falsch oder gar nicht. Zuverlässiger als die deutschen Fahrer sind beispielsweise Italiener und Spanier. Nur 19 beziehungsweise 17 Prozent der Südeuropäer vergessen, den Blinker richtig zu setzen. Am vorbildlichsten verhalten sich die Polen. Von ihnen zählen nur 11 Prozent zu den Blinkermuffeln.


Der Blinker zeigt an, was ein Verkehrsteilnehmer vorhat. In der Straßenverkehrsordnung ist klar geregelt, wann der Fahrer blinken muss: Vor dem Überholen oder Vorbeifahren und vor dem Wiedereinordnen, beim Wechsel des Fahrstreifens, beim Abbiegen, beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr sowie beim Anfahren und Einfahren in die Straße.

Blinkmuffel gefährden sich und andere: Immer wieder führt dieses Fehlverhalten zu Unfällen mit Toten und Verletzten. Nicht weniger gefährlich sind so genannte Kampfblinker, die erst unmittelbar vor dem Richtungswechsel den Blinker betätigen. Auf derart abrupte Aktionen können sich andere Verkehrsteilnehmer nicht einstellen. Kritische Situationen sind vorprogrammiert. Die Absicht des Spur- oder Richtungswechsels sollte rechtzeitig, also etwa fünf Sekunden vor der Fahrbewegung, mit dem Blinker angezeigt werden.

Das Blinkverhalten fällt laut Scania nicht nur nach Region, sondern auch nach Fahrzeugtyp unterschiedlich aus. So sei bei Lastwagen ein willkürlicher Umgang mit Lichtzeichen eher selten anzutreffen. Beispielsweise gehörten präzise Signale bei Überholmanövern schon lange zum guten Ton bei Lkw-Fahrern. Befragt wurden jeweils 1.000 Pkw-Fahrer im Alter von 18 bis 55 Jahren aus Schweden, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Polen.
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