Wunschzettel junger Fahrer nach Brüssel
0,0 Promille für alle und Auffrischungskurse
11.05.2007 - Junge Fahranfänger wünschen sich ein absolutes Alkoholverbot für alle Fahrer, mehr Kontrollen an besonders gefährlichen Unfallschwerpunkten und verpflichtende Auffrischungskurse nach etwa einem Jahr Fahrpraxis. Diese zentralen Botschaften einer Tagung für junge Autofahrer in Berlin haben zwölf junge Autofahrer aus Deutschland nach Brüssel gebracht. Am „Europäischen Tag der Verkehrssicherheit“ überreichten sie die Ergebnisse ihrer Beratungen dem Vizepräsidenten der EU-Kommission und EU-Verkehrskommissar, Jacques Barrot.„Den meisten von uns ist bewusst, dass wir noch keine ausgereiften Fahrer sind und Zeit zum Lernen brauchen. Ich hoffe deshalb sehr, dass unsere Botschaften auf deutscher und europäischer Ebene berücksichtigt werden und es gelingt, die Unfallrisiken für uns junge Fahrer herabzusetzen“, sagt der 21-jährige Jan Janßen aus Hamburg. Er gehörte zum „Team Germany“, das die Botschaften nach Brüssel brachte. In sechs unterschiedlichen Workshops hatten 120 junge Fahrerinnen und Fahrer zuvor in Berlin über Risiken, Herausforderungen und Probleme von Fahranfängern diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass ein durchgängiges Konzept zur Verkehrserziehung in Kindergarten und Schule fehlt. Da Führerscheinneulinge längst noch keine Profis sind, sollten fahrpraktische Übungen zur Auffrischung Pflicht werden. Zudem sollte ein Anfängerschild eingeführt werden.
Bei der Frage, wie sie zum Thema Verkehrssicherheit angesprochen werden wollen, sprachen sich die 18- bis 24-Jährigen dafür aus, auch drastische Konsequenzen aufzuzeigen und zweideutige Botschaften auszusprechen und so zum Nachdenken anzuregen. In der Fahrschule reiche es nicht aus, Regelwissen zu vermitteln. Vielmehr müsse der Umgang mit den realen Gefahren des Straßenverkehrs intensiver geübt werden. Die Konsequenzen von Fehlverhalten im Straßenverkehr müssten deutlicher angesprochen werden. So wurde beispielsweise angeregt, Unfallopfer in den Unterricht einzubeziehen.
Fahrerassistenzsysteme sollten verstärkt dabei helfen, dass Geschwindigkeiten nicht überschritten und Abstände nicht unterschritten werden, so die jungen Fahrer. Sicheres Verhalten sollte belohnt werden, zum Beispiel durch Tankgutscheine, kostenfreie Checks oder kostenfreie Trainings. Zudem sollte über alternative Strafen für Verkehrssünder nachgedacht werden, etwa Tätigkeiten in sozialen Aufgabenfeldern, zum Beispiel in Krankenhäusern, in denen Verkehrsunfallopfer versorgt werden.
Barrot dankte den jungen Deutschen für ihr Engagement und versprach, die Anregungen und Wünsche in weitere Diskussionen einfließen zu lassen. Die Sicherheit im Straßenverkehr gewinne immer mehr an Bedeutung. „Wir alle tragen einen wichtigen Teil dazu bei, unsere Straßen sicherer zu machen“. Die Jugendtagung in Berlin stellte die Eröffnung des Tags der Verkehrssicherheit SPEZIAL dar und war Teil der aktuellen Verkehrssicherheitskampagne des DVR und des Bundesverkehrsministeriums „Hast du die Größe? Fahr mit Verantwortung“, die derzeit mit Unterstützung der gewerblichen Berufsgenossenschaften auch an der Autobahn plakatiert ist.
Weitere Informationen: www.junges-fahren.de




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