
März 2010
Mobil auf zwei Rädern
Mit dem Rad zur Arbeit oder in die Schule zu fahren, macht Spaß, hält fit, schont die Umwelt und spart oft Zeit. Einziger Wermutstropfen: Diese Art der Fortbewegung ist nicht ganz ungefährlich.Bei einem Unfall hat man als Radfahrer fast immer schlechte Karten – egal, wer schuld ist. Die schützende Knautschzone eines Autos fehlt nämlich komplett. Kracht es, sind nicht selten schwere Verletzungen wie Gehirnerschütterungen, Prellungen und Frakturen die Folgen. Und das kommt gar nicht so selten vor. Im Jahr 2008 ereigneten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fast 80.000 Fahrradunfälle mit Personenschäden im öffentlichen Straßenverkehr – die Unfalldunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Bemerkenswert dabei: In mehr als 40 Prozent der Fälle lag die Hauptschuld bei den Radfahrern selbst. Viele missachten die StVO und fahren dort, wo sie nicht dürfen. Andererseits nehmen die Autofahrer die Radfahrer oft nicht ausreichend wahr und berücksichtigen nicht deren Vorfahrt. Wer regelmäßig Rad fährt und dabei unfallfrei bleiben will, sollte das eigene Verhalten selbstkritisch unter die Lupe nehmen – und die folgenden Tipps beherzigen.
So hell wie ein SternSehen und Gesehen-Werden ist extrem wichtig für die eigene Sicherheit – vor allem in der dunklen Jahreszeit. In den letzten Jahren haben technische Innovationen wie Standlichtfunktion, LED- und Halogenscheinwerfer, Speichen- oder Nabendynamos die Sichtbarkeit der Radfahrer imStraßenverkehr stark verbessert.
So fallen Sie als Radfahrer auf:
- Verwenden Sie retroreflektierende Materialien, die Ihre Bewegungen auf und mit dem Rad für die anderen Verkehrsteilnehmer deutlich erkennbar machen
- Tragen Sie eine Warnweste
- Nutzen Sie LED-Technik bei den Scheinwerfern und Rückleuchten
- Statten Sie Ihr Rad mit reflektierenden Fahrradmänteln beziehungsweise Speichenreflektoren aus
- Fahren Sie NIE OHNE eine funktionsfähige Beleuchtungsanlage
- Achten Sie darauf, dass die Ausstattung am Fahrrad vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zugelassen ist
- Stellen Sie sicher, dass die Sicherheitsausstattung Ihres Rades den Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung (StVZO) § 64a ff. entspricht
- Sparen Sie nicht an den Kosten für regelmäßige Überprüfungen und Wartungen.
Voll ausgebremst?Besonders imWinter sollte man einen Blick auf die Bremsen am Rad werfen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) weist darauf hin, dass bei Rücktritt- und hydraulischen Bremssystemen im Grunde keine Wartung notwendig ist. Bei Felgenbremsen sind hingegen Bremsgummis beziehungsweise Bremsbeläge Verschleißteile und müssen ab und zu ausgetauscht werden. Weil derzeit die Wege oft nass und glatt sind, können die Bremswege länger werden.
Deshalb ist es wichtig,
- die Bremsklötze nicht völlig abzufahren und frühzeitig zu erneuern
- bei den immer noch verbreiteten Seilzugbremsen die Bremszüge zu überprüfen und zu warten. Reißen sie, nützt auch der neueste Bremsbelag nichts
- Reifen mit grobem und kantigem Profil zu benutzen
- den Luftdruck in den Reifen etwas zu verringern, um die Bodenhaftung zu optimieren.
Überleben im Großstadt-Dschungel Alltag für jeden Radler – vor allem in vollen Innenstädten: Beinaheunfälle mit Autofahrern, die sie einfach übersehen. Als Radfahrer ist man daher gut beraten, defensiv und vorausschauend zu fahren. Besonders an Kreuzungen und Einmündungen steigt das Unfallrisiko. Am besten ist es, Blickkontakt mit den anderen Verkehrsteilnehmern aufzunehmen und sich nicht blind auf das eigene Vorfahrtsrecht zu verlassen. Auch eindeutige Handzeichen beim Abbiegen oder Einfahren in den Verkehr reduzieren das persönliche Unfallrisiko um ein Vielfaches. Was manche Radfahrer gerne mal vergessen: Auch sie müssen sich an die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) halten. Führerscheininhaber können – wenn sie sich als Radfahrer nicht korrekt verhalten – unter Umständen sogar die Fahrerlaubnis verlieren.




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