Februar 2010
Jetzt reicht's
Mobbing„In meiner Firma herrscht eine Hinterlistigkeit, das ist echt unfassbar und das Schlimme ist, es geht ziemlich oft gegen mich. Wobei ich ja erst neu bin und die Büromitglieder einen neuen Azubi haben wollten, kommt es mir vor, als möchten sie mich wieder loswerden. Sie erzählen meinem Ausbilder (wenn er mal nicht da ist), ich würde angeblich meine Aufgaben nicht erledigen, nicht ans Telefon gehen, wenn es klingelt oder wenn es mir gesagt wird, ich würde nicht reagieren, wenn man mich ruft und ich würde angeblich die ganze Zeit inmeiner Arbeitszeit ununterbrochen an meinem Handy hocken. Wobei das gar nicht der Fall ist.[…] Dann werde ich meistens ignoriert oder ichwerde behandelt wie so eine Grundschülerin, die von nix eine Ahnung hat.[…] Ich suche wirklich um Rat, ich weiß einfach nicht mehr weiter,was ich tun kann, sowasmachtmich physisch echt fertig.“(www.dr-azubi.de, Krisi, vom 10.11.2009).
„Von Mobbing spricht man, wenn jemand regelmäßig und fortwährend schikaniert, belästigt, beleidigt oder ausgegrenzt wird mit dem Ziel, ihn aus dem Arbeitsverhältnis zu drängen“, erklärt Psychologe Dr. Dirk Windemuth vom Institut Arbeit und Gesundheit (BGAG) in Dresden. Die Opfer erleben diese Form der Aggression als starke psychische Belastung. Sie reagieren mit Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität und häufig mit nachlassender Motivation.
Gewalt„Seitdem ich in meinem Betrieb angefangen habe, habe ich nur Stress mit meinem Chef. Ich bin die einzige Mitarbeiterin im Betrieb und muss eins zu eins mit meinem Chef arbeiten. Er ist sehr komisch.[…] Er schaut sich in seinem Büro ständig Pornoseiten auf seinem Laptop an und hat auch Porno-CDs in seiner Schublade. Ich kann nicht zur Toilette den ganzen Tag, da er nervös wird, wenn ich meine Arbeit unterbreche, außerdem ist es sehr unhygienisch, ich alleine muss es sauber machen, da er es nie tut. Ich ekle mich. Nachmittags ist er aus dem Betrieb, da er seine Kunden besucht. Ich darf keine Pause machen, nichts essen und trinken, da es ihn nervös macht, wenn meine Flasche im Betrieb steht. Er haut mir auch auf die Finger, wenn er nervös wird und schubst mich immer weg.[…] Schreit mich immer an, erwartet Aufgaben von mir, die eigentlich Chefsache sind. Ich heule immer, weil ich das nicht mehr aushalten kann. […] Weil ich auch den ganzen Tag (9 bis 10 Stunden) nicht zur Toilette kann, habe ich Beckenschmerzen und Probleme. Was soll ich tun? Ich kann es dort nicht mehr aushalten.“
(www.dr-azubi.de, anonym, vom 11.11.2009).
Es muss nicht immer gleich schwere Körperverletzung sein. Gewalt hat viele Gesichter und reicht von verbalen und tätlichen Angriffen bis hin zu Mobbing oder sexueller Anmache. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der „Gewalt von außen“, also von Kunden, Patienten, Klienten etc. und der „Gewalt von innen“. Die kommt von Vorgesetzten und Kollegen. Egal, wer der Täter ist, Opfer von Gewalt und Bedrohung machen immer eine traumatische Erfahrung. Demotivation, Stress, Angstzustände und andere psychosoziale und körperliche Störungen können die Folgen sein. Im Extremfall kann es sogar zu einer posttraumatischen Belastungsstörung kommen, die auf jeden Fall mit professioneller Hilfe behandelt werden muss.




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