
Januar 2010
Von der Kunst, richtig Pause zu machen
Wer behauptet, er könne acht Stunden konzentriert durcharbeiten, lügt – oder verleugnet die Grundbedürfnisse seines Körpers. Der ist einfach nicht für Dauerpower konstruiert und braucht dringend regelmäßige Erholungsphasen. Ansonsten macht er schlapp und zeigt uns irgendwann die rote Karte.„Mittagessen ist nur was für Schwächlinge“, meint der Börsenhai Gordon Gekko – gespielt von Michael Douglas – im Film „Wall Street“. Erfolgreiche Alphamänner powern seiner Meinung nach mit einer guten Zigarre im Mund durch ihren 12- Stunden-Arbeitstag und verdienen dabei Millionen. In der realen Welt sieht die Sache anders aus – nicht nur mit den Millionen. Da brauchen Menschen regelmäßige Pausen, um sich zu erholen und leistungsfähig zu bleiben. Nur so sind sie kreativ, können ihren Stress besser bewältigen und verringern sogar ihr Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden. Richtig Pause machen – wie geht das?

„Als Büroarbeiter finde ich es am erholsamsten, in meiner Pause vor die Tür zu gehen und mich zu bewegen. Den ganzen Arbeitstag vor dem Computer zu sitzen, ist schon anstrengend für die Augen und den Rücken. Meistens gehe ich mit Kollegen etwas essen oder wir kaufen im Supermarkt ein. Dabei drehen wir eine große Runde durch die Stadt.“
Höchste Zeit für ein Break
Wenn der Körper diese Signale aussendet, braucht er dringend eine Pause:
- Man hat immer öfter das Bedürfnis, sich zu strecken, und muss ständig gähnen.
- Die Augen fallen zu.
- Die Gedanken schweifen ab.
- Die Arbeitsgeschwindigkeit nimmt ab.
- Fehler schleichen sich ein.
- Heißhunger meldet sich.
Es ist nicht nur wichtig, überhaupt Pause zu machen, sondern auch, diese kostbare Zeit optimal zu gestalten. Folgende Tipps helfen dabei:
1. Eine gesunde Pause ist immer eine bewusste Pause. Das heißt, die bisherige Tätigkeit wird unterbrochen und die Auszeit gezielt zur Erholung genutzt.Wer in der Pausenzeitweiterarbeitet, vielleicht im Internet surft oder telefoniert, schaltet nicht wirklich ab und kann sich nicht richtig erholen.
2. Einige kurze Pausen bringen mehr und sind erholsamer als nur eine längere. Der größte Erholungseffekt findet in den ersten Pausenminuten statt. Außerdem ist es nach einer längeren Unterbrechung schwerer, wieder zur Arbeit zurückzufinden.
3. Was man in seiner Pause macht, sollte immer einen Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit darstellen. Wer bei großer Hitze oder Kälte arbeitet, braucht einen klimatischen Ausgleich. Jeder, der mit vielen Menschen, Hektik und Lärm zu tun hat, ist in einer ruhigen Pausenumgebung gut aufgehoben. Als Ausgleich für monotone Tätigkeiten bieten sich interessante Gespräche mit Kollegen an, und Dauersitzer sollten ihren Körper mit Bewegung verwöhnen.
4. Bewusst und abwechslungsreich essen. Eine vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung füllt die leeren Vorratsspeicher des Körpers besser und effektiver als die üblichen Fastfood-Gerichte – und verhindert nachmittägliche Heißhungerattacken auf Süßes. Außerdem: Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, verbraucht zu wenig Energie, umsichmittags regelmäßig Pizza oder Currywurst mit Pommes gönnen zu dürfen. Ansonsten droht der Hüftröllchenalarm.
5. Auf den eigenen Körper und die eigenen Bedürfnisse hören. Einzelgänger oder gesellig? Begegnungs- oder Entspannungstyp? Wer seinen Pausentyp und den eigenen Arbeits- und Erholungsrhythmus kennt, kann seine Arbeitsunterbrechungen gezielter gestalten und sich besser erholen.





![[Logo] www.jugend-arbeitsschutz-preis.de](/images_nextline/JAZ_Farbe.gif)
