
August 2009
Kleine Biester
Händewaschen nicht vergessen: Egal, ob privat oder im Job. Niemand ist scharf darauf, sich selbst oder andere Menschen mit Krankheitserregern zu infizieren. Muss auch nicht sein: Schon einfache Verhaltensregeln helfen, die Ausbreitung von Keimen aller Art einzudämmen.
© Fotolia/Collie
Richtig einseifen Hände waschen hilft nicht nur gegen Noroviren, es ist auch das einfachste Mittel, einen grippalen Infekt, simplen Schnupfen oder andere ansteckende Krankheiten zu vermeiden. Es ist die zentrale Hygienemaßnahme im Alltag. „Würden wir uns häufiger und gründlicher die Hände waschen, wären wir definitiv seltener krank“, erklärt Dr. Frank Haamann von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst undWohlfahrtspflege (BGW). Richtiges Händewaschen bedeutet aber nicht, mal eben die Finger unter den Wasserhahn zu halten und einen Spritzer Seife zu verteilen. Damit die Aktion wirksam ist, muss man mindestens 20 bis 30 Sekunden die Seife sorgfältig auch zwischen den Fingern verreiben, dann abwaschen und gut abtrocknen – in öffentlichen Einrichtungen oder am Arbeitsplatz am besten mit einem Papiertuch. Zuhause sollte man die Handtücher alle zwei Tage bei 60 Grad oder mehr waschen – ist jemand krank, jeden Tag und für jeden im Haushalt ein eigenes Händehandtuch vorsehen.
Desinfizieren statt waschen Wer im Krankenhaus, einer Arztpraxis oder in einer Pflegeeinrichtung arbeitet, ist besser beraten, die Hände zu desinfizieren, statt sie ständig zu waschen. Das ist für die Haut schonender – und tötet noch mehr Keime ab. Bei der Händedesinfektion bleibt nämlich, anders als beim Waschen, der Schutzfilm der Haut weitgehend intakt. Eine einfache Regel besagt: Nur vor Arbeitsantritt und wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind, sollen sie gewaschen, ansonsten desinfiziert werden. „Die Händedesinfektion ist eine der ältesten und wirksamsten Maßnahmen zum Schutz von Patienten und Personal vor Infektionen“, erklärt Bernd Schäfer, Hygienefachkraft der BG Unfallklinik Tübingen.
Lecker: Laut einer Umfrage „vergessen“ rund 13 Prozent der Erwachsenen nach dem Gang zur Toilette, sich die Hände zu waschen. Sie hinterlassen dann auf der Türklinke bis zu 100.000 Krankheitserreger. Die meisten Keime befinden sich allerdings nicht auf der Toilette, sondern auf den Griffen von Einkaufswagen und an den Haltestangen und -bügeln in Bussen und Bahnen sowie auf der Computermaus.
So desinfizieren Sie Ihre Hände richtig

1. Geben Sie einige
Spritzer Desinfektions-
mittel in die hohle Hand
und reiben Sie die
Handflächen aneinander.

2. Rechte Handfläche über
linkem und linke Hand-
fläche über rechtem
Handrücken reiben.

3. Handfläche auf
Handfläche mit
verschränkten,
gespreizten
Fingern reiben.

4. Außenseite der Finger
auf gegenüberliegender
Handfläche mit verschränk-
ten Fingern reiben.

5. Einreiben des rechten
und linken Daumens.

6. Geschlossene Finger-
kuppen in die rechte und
linke Handfläche reiben.




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