Mai 2008: Malen und Lackieren
Farbenlehre
So schützen Sie sich vor Atemwegserkrankungen:
- Am effektivsten schützen Sie sich natürlich, wenn Sie ganz auf gefährliche Arbeitsstoffe verzichten. Für Maler heißt das in erster Linie, lösemittelfreie oder -arme Produkte und CKW-freie Abbeizer zu benutzen.
- Lassen sich Lösemitteldämpfe beim Be- und Entschichten nicht vermeiden, müssen Sie gut lüften und/oder mit einer Absaugung arbeiten.
- Tragen Sie – abhängig von der jeweiligen Gefährdung – konsequent Ihre Persönlichen Schutzausrüstungen (z. B. Atemschutz, Schutzbrille, Schutzhandschuhe, Schutzkleidung).
- Gegen Lösemittel beim Streichen/Rollen müssen Sie Atemschutzgeräte mit Gasfiltern, beim Spritzen mit Kombinationsfiltern tragen. Bei Arbeiten in engen Räumen oder bei der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe (z. B. Dichlormethan) müssen sogar Atemschutzgeräte getragen werden, die von der Umgebungsluft unabhängig sind. Gegen blei- und quarzhaltigen Staub schützen Atemschutzgeräte mit Partikelfiltern.
- Gefahrstoffreste an den Händen können beim Essen, Trinken, Rauchen oder wenn man sich durch das Gesicht wischt über die Haut in den Körper gelangen. Achten Sie deshalb auf Hygiene. Waschen Sie sich vor den Pausen und nach Arbeitsende gründlich die Hände, wenn nötig auch das Gesicht.
Auch die Haut leidet
Nicht nur die Atemwege, auch die Haut von Malern und Lackierern leidet durch den Kontakt mit Lösemitteln und anderen Gefahrstoffen. Die zerstören nämlich den wichtigen Schutzmantel der Haut, ohne den diese dann gefährlichen Stoffen ausgeliefert ist. Mögliche Folgen: krankhafte Hautveränderungen (Ekzeme) und allergische Reaktionen. Auslöser für Allergien sind oft Chromatanteile im Zement oder Terpene und Terpenoide, welche die so genannte „Malerkrätze“ verursachen. Auch Kunstharze reizen ungeschützte Haut und können zu allergischen Reaktionen führen. Allergische Hauterkrankungen entstehen in der Regel zuerst an der Stelle des Kontaktes, also vor allem an den Händen, und können sich dann auf der gesamten Hautoberfläche ausbreiten. Durch den Kontakt mit Staub oder Dämpfen in der Luft können sogar Ekzeme im Gesicht entstehen.
Gefahrstoffe erkennen
Bevor der Maler zum Pinsel greift, sollte er überprüfen, mit welchen Stoffen er arbeitet und welche Gefahren von diesen ausgehen. Immer wenn ein Produkt gekennzeichnet ist – die augenscheinlichsten Kennzeichnungen sind Gefahrensymbole sowie Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge (R- und S-Sätze) –, handelt es sich auf jeden Fall um einen Gefahrstoff. Aber auch nicht gekennzeichnete Produkte können problematisch sein, und zwar immer dann, wenn zum Beispiel beim Verarbeiten gefährliche Stoffe entstehen oder freigesetzt werden. Im Zweifelsfall sollte man seinen Vorgesetzten, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Sicherheitsbeauftragten oder einen erfahrenen Kollegen fragen.