Pinsel und Farbeimer

Mai 2008: Malen und Lackieren

Farbenlehre

„Das sieht doch gleich ganz anders aus!“ Mit frischer Farbe bekommen Häuser, Räume, Möbel und anderes wieder neuen Pep. Doch der Griff zur Farbdose oder zur Spritzpistole sollte gut geplant sein. Maler- und Lackierarbeiten bergen durchaus ein Risiko für Haut und Atemwege – vorausgesetzt, man verhält sich unprofessionell.



„Ist doch nur ein bisschen Farbe“, mag sich mancher angehende Maler denken. Stimmt nur bedingt, denn viele Farben und Lacke enthalten Stoffe, die nach längerem Einatmen oder Berühren krank machen können.
Besonders Berufsanfänger sollten wissen, dass vor allem die Haut und die Atemwege ungeschützten Kontakt mit gefährlichen Inhaltsstoffen sehr übel nehmen. Deshalb führen Haut- und Atemwegserkrankungen auch die Krankheitsliste im Maler- und Lackierergewerbe an. Schuld sind in erster Linie die in vielen Farben und Lacken enthaltenen Lösemittel. Sie sind im Baugewerbe die mit Abstand häufigsten Auslöser für gesundheitliche Probleme.

Es beginnt mit Keuchen und Husten


Obwohl es zahlreiche lösemittelfreie oder -arme Arbeitsstoffe auf dem Markt gibt, setzen viele Maler immer noch auf Farben und Lacke, die Lösemittel enthalten. Die Folge? Es kann sich nach einiger Zeit – oft schon nach fünf bis zehn Berufsjahren – eine chronische Erkrankung der Atemwege, zum Beispiel Bronchialasthma, entwickeln. Erste Anzeichen sind eine keuchende, pfeifende Atmung gepaart mit Husten, Atemnot und Beklemmungsgefühlen. Übrigens: Das altgriechische Wort Asthma bedeutet wörtlich übersetzt „schwer atmen, keuchen“. Um zu verhindern, dass sich eine chronische, das heißt bleibende Atemwegserkrankung entwickelt, sollten Maler und Lackierer bei den ersten Anzeichen sofort einen Arzt aufsuchen. Außerdem ist es wichtig, regelmäßig zu den so
genannten „arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen“ zu gehen. Abhängig von der Gefährdungslage am jeweiligen Arbeitsplatz müssen sie vom Arbeitgeber angeboten werden.

Der Verdacht auf eine Asthmaerkrankung kann beispielsweise durch eine Vorsorgeuntersuchung nach dem Grundsatz G 23, „Obstruktive Atemwegserkrankungen“, erhärtet oder ausgeschlossen werden. Der untersuchende Arzt prüft, wie gut Lunge und Bronchien noch funktionieren, und empfiehlt individuelle Schutzmaßnahmen und Verhaltensweisen. Bei kleineren Betrieben, die keine eigenen Betriebsärzte beschäftigen, führt beispielsweise der Arbeitsmedizinische
Dienst (AMD) der Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft solche Vorsorgeuntersuchungen durch.


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