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Dezember 2007

Ziehen und Schieben: Die Last mit der Last

Am Flughafen müssen viele Lasten bewegt werden: Koffer, Fracht und anderes. Ständiges Schieben, Ziehen, Heben und Tragen ist fester Bestandteil vieler Jobs am Airport. Das stellt Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke der Mitarbeiter auf eine harte Probe.



Der Arbeitsplatz ist dunkel, niedrig, im Winter eiskalt und im Sommer ein Glutofen: Die Beladung von Flugzeugen ist ein Knochenjob – und einer, bei dem Tag für Tag Lasten geschoben und gezogen werden. Meistens werden Container vom Wagen auf eine flexible Plattform (den so genannten „Umsetzer“) geschoben – oder umgekehrt, damit sie anschließend von einem Hubwagen ins Flugzeug gehoben beziehungsweise abtransportiert werden können. „Bis zu 600 Kilogramm müssen dabei von einem Mann bewegt werden“, sagt Christian Horn, Fachkraft für Arbeitssicherheit beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport. „Um die bis zu 1.500 Kilogramm schweren Containerwagen in Bewegung zu setzen, muss allerdings ein weiterer Mann mit ran.“

Im Flugzeug selbst sind im Boden des Frachtraums (Belly) Rollen eingelassen. Auf ihnen werden die Lasten an ihre Position im Flugzeugrumpf geschoben. „Das geschieht mechanisch über das so genannte ,Rührwerk‘“, erläutert Horn. „Eigentlich kein Problem“, bestätigt ein Mitarbeiter der Ladecrew, „richtig anstrengend wird es, wenn sich Container verkanten oder Rollen defekt sind und blockieren.“ Oder das Rührwerk streikt. Dann ist Muskel kraft gefragt. Besonders schwierig sind die Bellys der Passagiermaschinen im Heck zu befüllen, denn hier liegt die Stehhöhe bei 1,40 bis 1,80 Metern. Da jeder Quadratzentimeter des Frachtraums verplant ist, müssen die Frachtarbeiter teilweise gebückt arbeiten – und ganz hinten im Rumpf die Ladung kniend nach vorne schieben, vor allem Koffer. Um hier die Arbeit zu erleichtern, gibt es seit einiger Zeit bei Fraport eine „Ramp Snake“. Das ist ein Förderband mit einem ausfahrbaren, flexibel einstellbaren „Schlangenhals“.

Das Beladen von Paletten: überwiegend Handarbeit


Der Aufbau der Flugzeugpaletten ist eine Wissenschaft für sich. Mit dem Grundsatz „schwere Stücke nach unten“ ist es nicht getan. Es gilt, die einzelnen Güter so zu platzieren, dass die Kontur des Flugzeuges nachempfunden wird, dass nichts verrutscht, dass nichts beschädigt wird und dass der Platz optimal ausgenutzt wird.

Das Beladen dieser Paletten ist vor allem Handarbeit. Nur die schwersten Stücke, gewissermaßen die Basis des Aufbaus, bringt der Gabelstapler. „Die haben auch Abschiebevorrichtungen“, sagt Lufthansa-Sicherheitsingenieur Klaus Goll, „so dass hier vom Menschen möglichst wenig geschoben werden muss.“ Auch Fässer bewegen die Stapler mit einer speziellen Greifvorrichtung.

Doch kleinere Stücke, die auch etliche Kilogramm wiegen können, müssen von Hand auf der Palette platziert werden. Ein klassischer Hebe-, Trage- und Schiebevorgang. Bis zu 25 Kilogramm dürfen die Arbeiter maximal transportieren. Idealerweise sollen die Packstücke in Bauchhöhe bewegt werden, doch in der Praxis funktioniert das bei den Beladehöhen der Paletten kaum.




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Mann schiebt eine Palette
Körpereinsatz: Vom Koffer bis zur verzurrten Palette bewegen die Mitarbeiter auf dem Flughafen täglich viele Tonnen Gewicht.
Foto: LH Cargo




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