Februar 2007
Ich bring's nicht
Muss es unbedingt eine Eins sein?
„Klopfen Sie sich zwischendurch immer wieder selbst auf die Schulter für das, was Sie schon geschafft haben“, rät Knigge-Illner. „Das kann ich“, „Mein Ansatz ist gut“, „Ich kann mich mündlich gut präsentieren“, sind positive Gedanken, mit denen man sich selbst aufbauen kann. Gut ist es auch, die eigenen Leistungsansprüche zu überprüfen: Muss es unbedingt eine Eins mit drei Sternen sein? Sollte man sich nicht besser von der Vorstellung verabschieden, alle Welt durch seine glänzenden Leistungen beeindrucken zu wollen? Vielleicht reicht ein „bestanden“ ja aus.Was tun bei Blackout?
Schon in der Vorbereitungsphase sollte man sich auch mit der Möglichkeit befassen, dass einem in der Prüfungssitua-tion eventuell rein gar nichts mehr einfällt, das Gehirn wie leer gefegt ist, man noch nicht einmal die Frage versteht. „Ein Blackout kann jedem passieren und führt nicht zur Katastrophe“, sagt Knigge-Illner. Wenn es möglich ist, sollte man den Prüfer um eine kurze Pause bitten, vielleicht einen Schluck trinken und erneut starten. Eventuell mit einer neuen Frage.
„Ich bin ganz entspannt und locker“
Als effektives Mittel gegen Nervenflattern helfen Entspannungstechniken wie Atemübungen, Yoga, autogenes Training, Meditation und progressive Muskelentspannung. Der Haken dabei: Wer unter großer nervlicher Anspannung auf sie zurückgreifen will, muss die Techniken lange vorher gelernt haben und sie wirklich beherrschen.Lampenfieber oder Prüfungsangst?
Lampenfieber ist eine ganz normale Reaktion des Körpers auf eine bevorstehende Leistungssituation: Der Körper stellt dazu Energien bereit und die Aufregung legt sich normalerweise nach ein paar Minuten. Wer sich allerdings schlecht oder gar nicht auf eine Prüfung vorber eitet hat, leidet unter der „Angst des Faulen“. Die ist begründet, denn vor und in der Prüfung merkt der Prüfling, dass er den Anforderungen nicht gewachsen ist. Hier hilft nichts außer einer besseren Vorbereitung beim nächsten Mal. Prüfungsangst im eigentlichen Sinne ist etwas anderes: Sie bedeutet, dass man trotz guter Vorbereitung und sicherer Kenntnisse während der Prüfung blockiert und versagt. Das kann verschiedene Gründe haben: Leistungsdruck durch die Eltern, Rivalität mit Geschwistern oder Mitschülern, die fehlende Fähigkeit, Stress zu bewältigen, weil man zum Beispiel unter großen Sorgen leidet. Hier sollte man auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die gibt es zum Beispiel bei Jugend- und Lebensberatungsstellen, Schulpsychologen, in Seminaren für Prüfungsängstliche an Volkshochschulen und in Familienbildungsstätten. Bei aus-geprägter Angst ist eine Psychotherapie bei einem dafür spezialisierten Psychotherapeuten notwendig und hilfreich –für ein weiteres Leben ohne Ängste.
(Quelle: mentor Lernhilfe. Lernen leicht gemacht in der 8. bis 10. Klasse. ISBN: 3-580-63794-0)




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