Hohe Temperaturen
Sauna am Arbeitsplatz
Weil´s hier viel Platz gibt für juristisches Kuddelmuddel, solltest du sowohl deinen Chef als auch den Betriebs- oder Personalrat informieren, wenn du häufig Bei mehr als 26 Grad arbeiten musst - letzterer hat nämlich ein Mitspracherecht, was Gesundheitsschutz im Betrieb angeht.Arbeitgeberpflicht: Akzeptable Arbeitsbedingungen
An erster Stelle steht die Verantwortung des Arbeitgebers. Dieser hat nämlich laut Arbeitsvertrag eine so genannte Fürsorgepflicht, muss also dafür sorgen, dass seine Arbeitnehmer akzeptable Arbeitsbedingungen vorfinden.
Die Arbeitsstättenverordnung formuliert allerdings nur sehr schwammig, dass der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen habe, dass normale Arbeitsplätze "im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten auf eine gesundheitlich zuträgliche Temperatur gekühlt werden". Welche Maßnahmen er dazu ergreift, ist ihm überlassen und da es sich um eine Soll-Vorschrift und nicht um ein Gesetz handelt, kann kein Arbeitnehmer sein Recht auf einen angenehm temperierten Arbeitsplatz einklagen oder die Arbeit verweigern.
Übrigens: Auch Klimaanlagen oder Ventilatoren sind nicht der Weisheit letzter Schluss: Die Zugluft sorgt dafür, dass die Schleimhäute in Mund-, Nasen- und Rachenraum zusätzlich austrocknen, so dass Viren und Bakterien leichtes Spiel haben. Klimaanlagen müssen zudem regelmäßig gewartet werden, sonst werden sie schnell zu Keimschleudern.
Ideal für Steißbeinsitzakrobaten ist der Richtwert von 26 Grad allerdings immer noch nicht:
Am effektivsten arbeiten Schreibtischtäter bei 21 Grad. Bei jedem weiteren Grad sinkt die Leistungsfähigkeit um fünf Prozent, der Körper verliert durchs Schwitzen vermehrt Flüssigkeit und gesundheitliche Beschwerden sind möglicherweise die Folge. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck und Übelkeit. Wer ohnehin keinen stabilen Kreislauf hat, den erwischt´s unter Umständen noch schlechter: Ein Hitzekollaps ist eine besonders heftige Reaktion des Körpers, die von kurzzeitigem Bewusstseinsverlust begleitet wird.
Was tun bei Hitze?
Du kannst auch selber eine ganze Menge machen, um bei der Arbeit einen kühlen Kopf zu bewahren. Wenn die Bekleidungsvorschriften nicht allzu streng sind, kann weite Kleidung aus Naturfasern, die die Hautfeuchtigkeit gut nach außen ableitet, helfen.
Und damit überhaupt Feuchtigkeit entstehen kann, die den Körper abkühlt:
Trinken, trinken, trinken! Zwei Liter am Tag sind gut, drei besser.
Kaffe und schwarzer Tee regen allerdings die Nierentätigkeit an und entziehen dem Körper auf diese Weise zusätzlich Flüssigkeit, deswegen Finger weg. Der kühle Cocktail oder das zischende Bier nach Feierabend sollten bei diesen tropischen Temperaturen auch besser ausfallen. Ideal sind Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees.
Ob du dir besser die Flasche direkt aus dem Kühlschrank holst oder deinen Tee nur ein bisschen abkühlen lässt, hängt davon ab, ob du dich schnell erfrischen oder deine Flüssigkeitsvorräte auffüllen willst. Ein kaltes Getränk sorgt nämlich dafür, dass sich im Darm die Blutgefäße zusammenziehen und stattdessen andere Körperteile und die Haut stärker durchblutet werden. Über die Haut kann der Körper so kurzzeitig Wärme abgeben.Trinkst du etwas Warmes, erweitern sich die Blutgefäße im Darm, und die Flüssigkeit kann besonders schnell ins Blut aufgenommen werden.
Zur Abkühlung kannst du dir kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen und Eiswürfel oder Icepacks (aus der Drogerie oder Apotheke eigentlich zur Kühlung bei Verstauchungen oder Insektenstichen gedacht) an die Schläfen und in den Nacken halten.
Wem dann immer noch zu heiß ist, möge an die armen Mitmenschen denken, die auf Baustellen, in Küchen, Pizzerias, Pommesbuden oder Bäckereien schuften. Die können von "nur" 32 Grad nur träumen.




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