www.nextline.de wird seit Dezember 2010 nicht mehr aktiv gepflegt, bleibt aber als Materialsammlung online. Lehrkräfte, Ausbilder und Schüler beziehungsweise Auszubildende finden hier unter anderem die gesammelten Jahrgänge von 2005 bis 2010 aller erschienenen Unterrichtshilfen und ARBEIT UND GESUNDHEIT-next-Ausgaben, teilweise mit Foliensätzen. Diese Materialien sind auch als CD-ROM erhältlich.

Neues Angebot für Lehrkräfte und Ausbilder! www.dguv.de/lug
mehr...

Diskobesucher hält sich die Ohren zu

September 2005

Lärm: Das geht auf die Ohren

Wumm, dröhn, hämmer. Nach dem Disko- oder Konzertbesuch spürt es wohl jeder: Der Kopf ist wie in Watte gepackt, es brummt und fiept im Ohr. Nach einigen Stunden ist der Spuk vorbei. Vorausgesetzt, man gönnt seinen Ohren ein wenig Ruhe und belastet sie nicht jeden Tag mit so viel Lärm.



„Bei dir piept’s wohl!“ Würde der Ausspruch wörtlich genommen, müssten immer mehr Jugendliche nicken und zustimmen: „Ja! Und wie!“ Pfeif- und Piepsgeräusche, Brummen oder Rauschen im Ohr sind ein sicheres Zeichen dafür, dass mit dem Gehör etwas nicht stimmt. Der häufigste Auslöser für Ohrgeräusche oder Schwerhörigkeit sind zu hohe Geräuschpegel.

Hören ist eine komplizierte Sache: Geräusche sind Schallwellen, die durch die Luft in unser Ohr transportiert werden. Im Innenohr befinden sich ungefähr 20.000 Haarzellen. Ihre Anzahl ist von Geburt an konstant. Die Haarzellen verwandeln die Schallwellen in elektrische Impulse, die über den Hörnerv ins Gehirn weitergeleitet werden. Hier erst werden die Impulse als Töne interpretiert.

Ab einer gewissen Lautstärke schädigt Lärm die Haarzellen. Erst verlieren sie an Empfindlichkeit, dannsterben sie ab.Unwiederbringlich! Deshalb ist Lärmschwerhörigkeit nicht heilbar. Zum Vergleich:Man kann sich die Haarzellen wie eine Sommerwiese vorstellen. Wenn gelegentlich darüber gelaufen wird, knicken ein paar Gräser um, sie erholen sich aber wieder. Wird die Wiese allerdings zum Dauerpicknick- oder Bolzplatz, bleiben die Schäden.

Genauso ist es mit dem Gehör: Von gelegentlichen Belastungen erholt es sich wieder. Gefährlich wird die Sache dann, wenn ständig hohe Belastungen (Lärm am Arbeitsplatz, laut Walkman hören, oft in die Disko gehen etc.), mangelnde Ruhepausen und vielleicht noch eine Portion Stress zusammenkommen.


Ab wann wird s gefährlich?


Nicht jeder Lärmgeht sofort auf die Ohren. Ob er das Gehör schädigt, hängt nicht nur von der Höhe der Schallpegel, sondern auch von der Dauer der Einwirkung ab.
Deshalb wird am Arbeitsplatz der so genannte Beurteilungspegel bestimmt, der sowohl Höhe als auch Dauer des Lärms berücksichtigt. Je höher der Schallpegel und je länger die Einwirkungsdauer, desto größer ist natürlich die Gefahr für das Gehör.

Gehörschädigung im Vergleich



Je nach Stärke der Lärmeinwirkung kann eine Gehörschädigung nach unterschiedlicher Einwirkungsdauer auftreten:


Belastung in Dezibel/Tag Beurteilungspegel dB(A)
Maximale Dauer
85
8 Stunden
88
4 Stunden
91
2 Stunden
94
1 Stunde
97
30 Minuten
100
15 Minuten


Besonders hohe Schallpegel – so genannte „Knalle“ oder auch Explosionen – können auch direkt schwere Verletzungen verursachen. Ein einziger Silvesterknaller, in der Nähe des Ohres explodierend, kann das Trommelfell platzen lassen.

Für den Arbeitsplatz ist per Gesetz geregelt, wie lange man bei welcher Lautstärke arbeiten darf und ab wann man sein Gehör schützen muss.

Maßgebend ist der Beurteilungspegel: Wenn bei der Arbeit acht Stunden lang imDurchschnitt mehr als 85dB(A) in den Ohren dröhnen, wird es gefährlich. Das kann zum Beispiel auf Baustellen, in Getränkeabfüllanlagen, Druckereien, im Straßenbau oder eben in der Disko (für die dort Angestellten) der Fall sein.

Hier muss der Betrieb seinen Beschäftigten kostenlos geeigneten Gehörschutz (Stöpsel oder Kapseln) zur Verfügung stellen und diese Arbeitsbereiche mit speziellen Schildern kennzeichnen.

Wichtig zu wissen: Jeder, der in einem solchen Lärmbereich arbeitet, hat Anspruch auf einearbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung und regelmäßige Nachuntersuchungen.

Lauscher auf!


Wer mit 50 lieber den Wind als sein Hörgerät rauschen hören will, für den gibt´s unsere Gut-Hör-Tipps:


Auch bei den Profis piept’s!


Was haben Phil Collins, Sven Väth und Basti von Knee Deep gemeinsam?
Bei denen piept’s im Ohr und zwar ständig. Sie leiden wie viele andere Berufsmusiker und Diskjockeys unter Tinnitus. Das ist ein chronischer Hörschaden, der sich durch ein ständiges Pfeifgeräusch im Ohr äußert. Tinnitus entsteht unter anderem als Folge eines Hörsturzes und ist dann nicht mehr heilbar.
Mehr darüber lest ihr im Artikel über Tinnitus. Dort erzählen Berufsmusiker, was sie gegen das Fiepen im Ohr unternehmen.



 | Übersicht

Zum Anfang der Seite springen
 


 
Druckversion
Diese Seite empfehlen

 

Zusatzinfos:


Diesen Text und eine dazugehörige UnterrichtsHilfe kannst du als PDF-Dokumente herunterladen.

Zum Thema Lärm gibt es außerdem einen Wettbewerb der Aktion "Jugend will sich-er-leben". Mehr Informationen zu diesem Wettberwerb gibt es in der Rubrik Wettbewerbe und Preise.




Sitemap